Lichtergarten hat eröffnet

Am Freitag Abend eröffnete ein Garten der Emotionen, der am Wochenende den großen Park der ehemaligen Landes-Gartenschau erleuchten wird. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Grevenbroicher Kunstvereins haben Studierende der Fachhochschule Aachen die Lichtskulpturen gestaltet. Zu sehen ist das Ganze bis Sonntag um Mitternacht im Museum "Villa Erckens".


Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom
Samstag, 22. September 2007

Lichtspiel unter Bäumen

von Julia Lörcks

Es blitzt, es zischt, undurchsichtige Nebelschwaden weiten sich am Boden zwischen den bedrohlich rot gefärbten Baumstämmen aus. Plötzlich ertönt ein dumpfes Geräusch im Ohr, ein grelles Licht kitzelt im Auge - Unbehagen am ganzen Körper. Im „Garten der Disharmonie“ von Florian Götze ist es einfach unheimlich. Und es ist mehr: Denn sein Projekt ist wie das Gesamtlichtkunstwerk „Wundergarten des Lichts“ sein soll. Ein Garten der Emotionen, eine Erlebniswelt. Ein Fest für die Sinne - in diesem Fall: Gänsehaut.

„Ein Bürgerfest“

Florian Götze’s Garten ist einer von 20 beeindruckenden Lichtinstallationen, die sechs Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Aachen unter Leitung von Professor Rainer Plum anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstvereins Grevenbroich im Stadtpark geschaffen haben. Kunst, die den prägenden Wirtschaftsfaktor der Stadt Grevenbroich - Energie - zum Anlass genommen hat, um neues Licht auf dieses kostbare Gut zu werfen. Bis Sonntag, 24 Uhr.

„Grevenbroich ist Bundeshauptstadt der Energie, da lag es für uns auf der Hand, ein Fest zu diesem Thema zu gestalten“, sagte Professor Hans-Rainer Willmen, Vorsitzender des Kunstvereins, am Freitag Abend zur Eröffnung. „Ein Bürgerfest für Grevenbroich“, wie er betonte, das von zahlreichen Grevenbroichern gut und gerne angenommen wurde. So strömten sie am Freitag, ab 20 Uhr, in den Stadtpark, um das surreale Lichtspiel zu bestaunen. Bürgermeister Dr. Axel Prümm sprach von einem „Geschenk“, Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke von einem „High-Light“. „Wir machen eine sinnliche und emotionale Erfahrung, die uns Natur und Raum neu sehen lässt“, so Petrauschke.

Florian Götze schafft diese Erfahrung mit Stroboskoplicht und Klangprojektion, Frederike Daun setzt dagegen auf Kerzenschein. „Ich habe einen Zaubergarten geschaffen. Eine Phantasiewelt mit geheimnisvollen Tonfiguren, die durch warmes Kerzenlicht erstrahlt“, so Daun. Die beiden Studierenden haben zudem den „Unterwassertraum“ konstruiert. „Bei diesem Projekt wollten wir Unterwasser über Wasser darstellen“, berichtete Daun. Wie? Mit einem Film mit Fischen, der in die angrenzenden Bäume projiziert wird. Mit Fischernetzen und Quallen und einer Seifenblasemaschine, die die Luftblasen produziert.

"Licht an"

Nicht so viel Wert auf die Illumination, sondern mehr auf das Hörerlebnis legte Aleksandra Okwieka bei ihrem „Hörgarten“. „Ich wollte etwas fürs Ohr machen“, so die Studierende. Entstanden sind fünf orangefarbene, beleuchtete Sprachhörner, die ein kurzes Hörspiel abspielen. Ihr eigentliches Hauptprojekt ist der „Surreale Tanz“. Eine Videoprojektion über dem See im Braunkohlewäldchen, die eine Ballett-, eine Flamencotänzerin sowie eine schlafende Frau zeigt.

INFO

Ina Gussone wird am Samstag und am Sonntag, 20 bis 21.30 Uhr, im Zaubergarten Märchen erzählen. Dr. Christine Vogt lädt jeweils um 20 und 22.30 Uhr zum Rundgang ein. Treffpunkt: Regenbogenstele.


Fotos: M. Reuter

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