Neuss-Grevenbroicher Zeitung

Montag, 17. Juni 2013

Riesige Stickereien von Beate Oehmann im Museum

Carsten Sommerfeld

Grevenbroich. Beate Oehmann schafft Großes. Ihre bis zu sieben Meter hohen, bunten Fahnen wehten eine Woche lang im Stadtpark, heute werden sie wieder eingepackt. Doch die im oberbayerischen Weilheim lebende Künstlerin wird weiter mit Werken in Grevenbroich präsent sein. Bis zum 7. Juli sind in der Villa Erckens ebenfalls großformatige Stickereien zu sehen. "Vor der Wand" heißt die Ausstellung, für die der Kunstverein mit Professor Hans Rainer Willmen als Vorsitzendem in Kooperation mit dem Kulturfachbereich der Stadt gesorgt hat - neben der Aktion "Im Wind" draußen.
Wenn Beate Oehmann ihre Werke aufgehängt, dann sind Wände rasch voll: Rund drei Meter hoch sind viele Stickereien. Wie es anfing? "Im Haus meines Professors Charles Crodel sah ich, wie seine Frau große Behänge stickte - in stundenlanger konzentrierter Arbeit. Ich war beeindruckt", erzählte die 1937 Geborene. "Alles mit Kettenstichen mit der Hand angefertigt?", fragt eine Besucherin bei der Vernissage und sagt nach der bejahenden Antwort: "Das ist beachtlich." Auf den beispielsweise beigefarbenen oder roten Stickereien findet sich unter anderem das Motiv des Füllhorns, Symbol der Fruchtbarkeit und des Glücks. Auch ein puttenähnliches Köpflein hat sie gestickt - es sieht als würde es bei der Geburt in die Welt blicken. Viele pflanzenartige Ornamente ordnet Gehmann auf dem Stoff an, mit Zeitungskopien setzt sie ebenso Akzente wie mit großen Kittelschürzen-Stücken.
Eine "Ausnahmekünstlerin" nannte Willmen die Kunstschaffen­de, und er ist zufrieden mit der jetzt zu Ende gegangenen Fahnen-Ausstellung. "Viele Menschen waren im Park, auch Kindergärten und Schulklassen haben sie besichtigt. Und Schüler des Pascal-Gymnasium haben auf unseren Aufruf hin selbst Fahnen gefertigt."

Beate Oehmann vor einer ihrer Arbeiten im Museum.
Foto: L. Berns

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