Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom
21. Dezember 2006

"Wundergarten des Lichts" - unter diesem Titel steht ein Projekt des Kunstvereins. Studenten der Fachhochschule Aachen wollen die Innenstadt in leuchtende Farben tauchen. Mit im Boot: Lichtkünstler Professor Rainer Plum.

Neonlicht für die Energiestadt

von Wiljo Piel
GREVENBROICH Rainer Plum hat in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt: Beispielsweise mit zwei Laserstrahlen, die er dekorativ zwischen den Gasometer und dem Schloss in Oberhausen pulsieren ließ. Oder in Köln, wo er den Stahl der Deutzer Brücke mit feinen Gitternetzen aus Licht verschmolz.
Jetzt hat der Design-Professor von der Fachhochschule Aachen die Stadt Grevenbroich im Blick. Gemeinsam mit seinen Studenten wird er im nächsten Jahr die Garten hinter der Villa Erckens in „Wundergarten des Lichts" verwandeln. Auf Einladung des Kunstvereins, der 2007 sein Silberjubiläum feiert. Rainer Plum war bereits vor Ort, hat sich das Gelände angeschaut. Sein Urteil: „Wunderschön." Im nächsten Sommer soll es nach Meinung des Professors aber noch schöner werden, denn: „Wir wollen diese Parks in Gärten der Emotionen verwandeln, sie in eine Wunderwelt des Lichts tauchen." Wie? Darüber sollen sich jetzt die Aachener Studenten ihren Kopf zerbrechen: Im Juni, so die Vorgabe von Professor Plum, sollen die ersten Entwürfe für das Projekt in der Sparkasse an der Karl-Oberbach-Straße ausgestellt werden. Die Realisierung des Vorhabens ist für September geplant. Rainer Plum lässt jedoch jetzt schon durchblicken, dass die verschiedensten Lichtquellen zum Einsatz gelangen sollen: Neon ebenso wie LED's und Laser, selbst Videoproduktionen sollen eingebunden werden. „Das ganze wird Ereignis-Charakter haben, wir wollen damit möglichst viele Bürger ansprechen", so Plum. Der Professor hat bereits in der Fachhochschule für das Projekt geworben und auch Kollegen des Lehrgangs „Visuelle Kommunikation" interessieren können, auch andere Künstler möchte Plump in das Projekt mit einbinden. Möglicherweise könnte es da etwas eng in den beiden Parks werden, so dass der Lichtkünstler schon jetzt an eine Ausdehnung denkt. Womit er durchaus im Einklang mit Professor Hans-Rainer Willmen, dem Vorsitzenden des Grevenbroicher Kunstvereins, sieht: „Es wäre schön, über Lichtkunstobjekte eine Verbindung zwischen dem Museum und dem Alten Schloss herzustellen. Auch eine Illumination des alten Wasserturms an der Nordstraße wäre denkbar. Und der BoA-Block in Neusatz wäre auch ein willkommenes Objekt - schließlich prägt er schon jetzt die Grevenbroicher Skyline maßgeblich mit." Obwohl der "Wundergarten des Lichts" auf drei Tage im September beschränkt werden soll, kann es sich Willmen gut vorstellen, dass einige Objekte auch nach dem Projekt noch auf Dauer angestrahlt werden können - zum Beispiel der Kühlturm des Neurather Kraftwerks. „Was gut zum Slogan "Bundeshauptstadt der Energie" passen würde", meint Willmen. Finanziert wird die Aktion vom Kunstverein, der zur Zeit über 300 Mitglieder in seinen Reihen zählt. Spenden für das Projekt sind willkommen, „damit es so prächtig wie nur möglich wird".

INFO
Graubner-Ausstellung
Der Grevenbroicher Kunstverein feiert 2007 sein 25-jähriges Bestehen. Zum Silberjubiläum ist neben der Lichtkunst-Aktion auch eine große Ausstellung geplant. Gotthard Graubner wird im Mai seine Arbeiten im Museum Villa Erckens präsentieren. Der Düsseldorfer setzt sich in seinem Werk mit der Farbe als dem Gegenstand der Malerei auseinander.

BoA-Baustelle

So könnte eine künstlerisch illuminierte BoA-Baustelle aussehen. Im Auftrag des Kunstvereins beschäftigt sich die Fachhochschule Aachen derzeit mit einem Projekt, das Grevenbroich im nächsten Jahr in ein völlig neues Licht rücken soll.
NGZ-Fotomotnage: L. Berns

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